Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Thread im richtigen Thema bin. Bitte verschiebt den Thread wenn er im falschen Thema ist.
Wie in der Überschrift angesprochen geht es um die Orgel.
Warum ist die Orgel das Hauptinstrument in Katholischen(und auch Evangelischen) Kirchen?
Warum nicht zB. Klavier, oder ein Orchester oder so? *bin nurmal neugierig *
Ist die Orgel in Orthodoxen Kirchen auch das Hauptinstrument? Florian
So, ich hab mir mal erdreistet, einfach grad selbst einzugreifen und die alte Überschrift "Orgel" gegen die Überschrift "Kirchenmusik" ersetzt.
Damit ist das Thema nämlich allgemeiner und schließt die orthodoxe Tradition nicht aus... (ist mit Florian übrigens abgesprochen)
Nun:
Die Orgel hat sich in den ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends mehr und mehr im katholischen Raum entwickelt, obwohl sie zunächst (in einer sehr frühen Form) ein Geschenk des Kaisers von Konstantinopel war.
Zunächst wurde die Orgel in Klosterkirchen verwendet zu Beginn und am Ende der Feiern - man hat gewissermaßen ein wenig präludiert, um die Liturgie zu verschönern. Später kam eine zweite Form dazu, den Choral leise zu untermalen. Dazu hatte man eine Tastatur und wenn man sich umdrehte, war da quasi eine zweite Orgel mit zweiter Tastatur. Daraus entwickelte sich das spätere "Rückpositiv", indem diese beiden Instrumente nämlich verbunden wurden.
Klavier ist eine extrem späte Erfindung. Johann Sebastian Bach erlebte zum Beispiel gerademal die Anfänge des Klavierbaus. Auch wenn er die Entwicklung sehr interessiert verfolgte waren seine Instrumente noch Orgel, Cembalo und Clavichord. Auch das Orchester entwickelt sich erst in der Zeit des Frühbarocks.
In der Orthodoxen Kirche wird bis heute a capella gesungen - ich persönlich möchte anfügen, dass ich sogar als Berufsorganist nie dort die Orgel vermisst habe - das heißt: Man kommt tatsächlich ohne aus (ohne dass etwas fehlen würde)
Griechische Kirchenmusik findet man übrigens auf der KOF-Hauptseite hier:
Täglich eine halbe Stunde auf Gott zu horchen ist wichtig,
außer wenn man sehr viel zu tun hat. Dann ist eine ganze Stunde nötig. - Franz von Sales
Bin im Internet soeben auf folgendes Video aufmerksam gemacht worden: Es ist das lateinische Graduale "Inveni David" (Zeitraum: Ende 1. Jahrtausend) gesungen in einer Form, die ähnlich zum griechischen Gesang ist. Die Vorlage aus dem Graduale Romanum bildet das Gerüst für diesen melismatisch gesungenen und mit Basston unterlegten Gesang. Im Vgl. zum byzantinischen Choral wirkt es dennoch vergleichsweise einfach und leichter zu singen.
Täglich eine halbe Stunde auf Gott zu horchen ist wichtig,
außer wenn man sehr viel zu tun hat. Dann ist eine ganze Stunde nötig. - Franz von Sales
Ich habe gerade auf Youtube einen schönen Ausschnitt (1. Antiphon) aus einer Aufnahme der göttlichen Liturgie gefunden (die Fotos haben nichts mit der Musik zu tun).
Hier der deutsche Text:
Jubelt Gott, alle Länder! Singet vom Ruhm seines Namens,
entbietet Ihm ehrenden Lobgesang.
Auf die Fürbitte der Gottesgebärerin, Retter, rette uns.
Sprechet zu Gott: Wie ehrfurchtgebietend sind Deine Werke!
Ob Deiner gewaltigen Macht huldigen Dir Deine Feinde.
Auf die Fürbitte der Gottesgebärerin, Retter, rette uns.
Alle Welt neige sich vor Dir und singe Dir, besinge Deinen Namen.
Auf die Fürbitte der Gottesgebärerin, Retter, rette uns.
Ich habe unlängst im Internet eine wunderschöne Aufnahme des Glaubensbekenntnisses gefunden (als Hörprobe einer CD auf einem Musikwebshop). Komponiert hat diese Fassung Andrij Hnatyshyn (1906-1995), der den Chor der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche in Wien rund 60 Jahre geleitet hat.
Mir gefällt diese Version sehr. Besonders berührend finde ich wie Wiederholungen des "ich glaube" durch den Chor während dem Solopart. Man kann auch aus der Musik richtig die Stelle "er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift" heraushören auch wenn man die Sprache nicht versteht. Die Musik erreicht ihren Höhepunkt bei "seiner Herrschaft wird kein Ende sein".
Mich bewegt diese Version jedes Mal unheimlich, wenn ich sie bei uns im Gottesdienst gesungen wird.
Bei der CD handelt es sich um die Aufnahme einer Messe in der griechisch-katholischen St. Georgs Kathedrale in Lemberg/Ukraine.
1. Wo wir schon im Thema Musik unterwegs sind, ich höre mir wahnsinnig gerne, auch unterm Jahr, Weihnachtslieder an, oder Improvisationen (etc. darüber), weil ich die sehr schön und fröhlich finde. Von den Liedern bei uns hab ich den Eindruck, die Weihnachtslieder sind deutlich fröhlicher als die Osterlieder.
2. Was haltet ihr davon, modernere Lieder in Gottesdienste einzubringen? Ich habe einen Kollegen, der auch schon Teile des Musicals "Jesus Christ Superstar" zum Auszug gespielt hat, oder Lieder die absolut nichts mit der Kirche zu tun haben
(Meditativ: Anfang von "Shine on you Crazy Diamond" - Pink Floyd). Ich selbst bin dagegen eher brav, und spiele Präludien oder ähnliches zum Auszug, für Meditative Elemente suche ich dann eher Sonaten oder leichtere Stücke, die einfach nicht zu schwer klingen. Zu Pfingsten habe ich eine kleine Improvisation über "Veni Creator Spiritus" gespielt z.B..
Zu diesem Thema gehört dann auch: Mit welchen Liedern soll ich einen Jugendgottesdienst gestalten? Moderne Stücke? welche sind da geeignet?
Grüße,
Florian